
Der Vulkan. Stücke von Schlaflosigkeit
Gemeinsam mit dem Autor Jens Nielsen (Text) erforschen drei Frauen die Ambivalenz zwischen dem körperlichen Bedürfnis nach Schlaf und jenem Bewusstsein, das keine Ruhe findet. Uraufführungsproduktion. Regie: Katarina Gaub. Licht: Edith Szabo. Bühne: Beni Küng. Kostüme: Lena Steinemann. Musik: Irina Ungureanu. Grafik: Beatrice Widmer. Produktionsleitung: Marie Theres Langenstein. Mit Malika Khatir, Vivianne Mösli, Priska Praxmarer. Koproduktion: nachtau, Theater Tuchlaube Aarau, Theater an der Winkelwiese und Schlachthaus Theater Bern.
Chantal hat einen Mann und zwei Kinder, die alle ruhig schlafen. Aber Chantal kann nicht schlafen. Statt dessen lässt sie sich in ihrer Schlaflosigkeit treiben. Mal zermürbt sie dieser Zustand fast, mal gibt sie sich seinen abgründigen Tiefen hin, dann wieder unternimmt sie ernsthafte Versuche, sich mit wirkungslosen Einschlafübungen zu beruhigen. Erstaunt schaut man zu, wie eine Frau mit einem konventionellen Alltag nachts in seltsame und bizarre Zustände gerät. – Brit schläft fast nie mehr. Ihre Schlaflosigkeit hält sie in einem deliriumsartigen Zustand gefangen, der sich wie ein Gefängnis um sie schliesst. Nur manchmal tritt sie daraus hervor, um kraftvoll aber auf groteske Weise ihre Situation zu analysieren. Mit der Zeit aber wird klar: Brit möchte ganz verschwinden, obwohl sie sich davor noch mehr fürchtet, als vor einer schlimmen Tat, die sie vielleicht begangen hat. – Sylvie kommt am besten zurecht mit ihrer Schlaflosigkeit. Wann immer es ihr gelingt, ergibt sie sich dem Zauber der Nacht. Sie erfindet sich ein Leben als bekannte Radiomoderatorin und ist mit aller Welt in Kontakt. Nur wenn niemand anruft, und die Stille herrscht, dann wird sie unruhig und sehnt sich nach Menschen, die ihr etwas erzählen, oder nach ihrem Hund, der sie verlassen hat, um in Paris berühmt zu werden.
Die neu gegründete Theaterformation «nachtau» geht in ihrem ersten Projekt mit drei Frauen auf eine subtil absurde Reise durch die Nacht: Sylvie, Chantal und Brit erleben die Zeit zwischen zwei Uhr morgens und dem Sonnenaufgang auf eine geheimnisvolle, teils beunruhigende Weise, jede an einem andern Ort. Ein Stück über die dunkle Hälfte dreier Leben, begleitet von einer hoch präzisen, eigensinnigen Geräuschmusik. Hirnstromverändernd.